Mietwohnung: Was darf man ändern und was nicht?

Die Mietwohnung wäre eigentlich soweit bezugsfertig, doch manche Dinge passen einfach noch nicht. Das Wohnzimmer ist viel zu groß und man könnte eigentlich lieber ein Arbeitszimmer gebrauchen, der Teppichboden ist zu pflegeaufwendig und die Wand würde eigentlich in einem anderen Farbton auch viel schöner aussehen. Leider haben Sie nicht überall in Ihrer Mietwohnung freie Hand für Veränderungen, für manche Dinge muss erst die Zustimmung des Eigentümers eingeholt werden.

Was Sie ändern dürfen

Wände streichen Mietwohnung
Wände sollten beim Auszug neutral in weiß hinterlassen werden.

Theoretisch gilt: Alles, was nicht in die Bausubstanz der Mietwohnung eingreift, ist erlaubt. Für kleinere Renovierungen müssen Sie daher meist nicht den Vermieter fragen, sondern können gleich loslegen. Damit Sie sich darunter mehr vorstellen können, finden Sie hier einen kleinen Überblick der erlaubten Änderungen:

  • Wände streichen: Klauseln, in denen der Mieter verpflichtet wird, die Wohnung in neutralen Farben zu streichen, sind unwirksam. Der Vermieter darf jedoch bei Ihrem Auszug fordern, dass Sie die Wohnung in neutralen Farben zurückgeben und die schrillen Wände selbst überstreichen.
  • Aufbau einer Einbauküche, falls vorher keine vorhanden war.
  • Löcher bohren ist ohne Erlaubnis möglich. Allerdings kann der Vermieter verlangen, diese beim Auszug wieder zu schließen – wenn Sie also im Bad Handtuchhalter anbringen möchten, bohren Sie das Loch dafür zwischen die Fliesen.
  • Aushängen von Türen.
  • Zusätzliche Steckdosen
  • Einen Teppichboden verlegen.

Achtung bei der Farbgestaltung: Zwar dürfen Sie die Wände nach Ihren Vorstellungen streichen, aber Fliesen neu zu lackieren, ist ein anderes Thema, denn der Lack geht nicht mehr ab. Hier also unbedingt eine Erlaubnis einholen!

Was Sie nicht ändern dürfen

Wohnungsumbau
Größere Veränderungen in der Bausubstanz bedürfen der Einwilligung des Vermieters!

Für größere Arbeiten gilt: Lieber den Vermieter fragen. Ein Loch in der Wand, um ein Bild aufzuhängen, hat noch niemanden gestört. Anders sieht es aus, wenn Sie beispielsweise Böden ausreißen möchten. Sie dürfen zwar selbst Teppichböden verlegen, jedoch dürfen Sie vorhandene Böden nicht einfach rausreißen, wenn Ihnen die Optik nicht gefällt.

Holen Sie sich hierfür am besten die schriftliche Einwilligung des Vermieters oder arbeiten Sie mit praktischem Klickparkett oder Teppichfliesen, die sich leicht entfernen lassen. Dies gilt auch für alle anderen Arbeiten mit Sanierungscharakter, die in die Bausubstanz der Wohnung eingreifen, also:

  • Fliesenarbeiten in Küche und Bad
  • Einbau von Sanitäranlagen
  • Einbau einer Etagenheizung
  • Zwischenwände einziehen, egal in welcher Bauweise
  • Trennwände abreißen
  • Durchbrüche für Türen schaffen oder Durchgänge zumauern
  • Decken abhängen
  • Fenster ersetzen
  • Installation einer Satellitenschüssel durch Anbohren der Fassade

Bitte beachten Sie: Wenn Sie ohne Zustimmung des Vermieters beispielsweise das Bad neu fliesen, kann der Eigentümer von Ihnen fordern, dass Sie die Wohnung wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzen. Im schlimmsten Fall droht Ihnen sogar eine fristlose Kündigung.

Beachten Sie bitte auch, dass Sie nicht nur mit dem Vermieter über die Renovierung sprechen. Ein mündliches Ja ist zu wenig. Lassen Sie in jedem Fall einen Renovierungsvertrag aufsetzen!

In der Mietwohnung müssen Sie auch auf den Eigentümer Rücksicht nehmen, allerdings nur in bestimmten Fällen. Kleinere Reparaturen, Bohrungen oder Renovierungen bedürfen meist keiner Zustimmung. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie gewisse Änderungen vornehmen dürfen, fragen Sie lieber vorher nach. Nicht, dass am Ende noch der Haussegen schief hängt.

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